
ir wird immer noch ein bisschen warm ums Herz wenn ich an meine Solfeggio Nachprüfung denke. Bestanden, Jubel, Jubel, freu, freu!!
Ich hatte gerade die “Prüfungsaula“ 54 verlassen und noch nicht mal den Kaffeeautomaten erreicht als sich hinter mir die Tür öffnet und Prof.
Stuppner es sich nicht verkneifen konnte mir ein ernüchterndes “MIT MEHR GLÜCK ALS VERSTAND“ durch die Gänge nachzuwerfen.
Nun ja, er hatte recht

Aber neben Anekdoten die der eine oder andere zu erzählen weis wird im Gespräch mit Studenten und Dozenten immer wieder über die selben Misstände getuschelt.
So unterrichten Rabensteiner und Ferrari die Fächer Trompete und Posaune. Ganz abgesehen von den Kompetenzen die, die beiden Lehrkräfte besitzen es handelt sich um zwei Instrumente, die nicht unter einem Lehrstuhl vereint gehören, da sie grundverschieden sind.
Trompete und Posaune zählen zu den schwächsten Studiengängen im Konservatorium. Die meisten Trompeter nehmen deshalb nebenbei noch Unterricht bei Ludi. Im übrigen auch der Grund, warum sich die Trompeter in Südtirol alle untereinander kennen.
Ähnliches geschah auch – zumindest vor vier Jahren noch- bei den Querflöten, bei Prof. Knoll. Alle Querflöten, die ich kannte (4) nahmen zusätzlich extern Unterricht.
Auch kann man als Absolvent des Konservatoriums, also mit dem höchsten musikalischen Abschluss den es in Italien gibt kein Notationsprogramm bedienen, keinen zweistimmigen Satz schreiben, keine Akkorde außer Dur und Moll höhren, keine Zweite Stimme singen, kein Stück setzen, und nur weil man nun glaubt Pianist zu sein kann man vielleicht “Bachs temperiertes“ spielen, aber an einer (natürlich nicht ausgeschriebenen) Akkordbegleitung von einem einfachen Volkslied (o.ä.) scheitern viele. Außer man hat es sich selbst beigebracht. Denn für Instrumentalisten ist eine derartige Ausbildung nicht vorgesehen.
Überspitzt gesagt kann jeder bessere Volksmusikant mehr als ein diplomierter Musiker. Technisch vielleicht nicht so versiert, dafür aber oft musikalisch reifer.
Ein weiteres manco ist, dass bei den Bläsern kein Nebenfach Klavier im Studienplan vorgesehen ist. In einem Konservatorium das nach eigenen Angaben mit den angesehensten internationalen Musikinstutitionen (Artikel 18) ist das eigentlich unverständlich, denn in fast allen anderen Musikhochschulen und – Universitäten wird schon bei der Aufnahmeprüfung Klavier verlangt und das zurecht wie ich finde.
Am Musikkonservatorium gab es bis vor kurzem auch keinen Pädagogischen Studiengang (IGP). Jetzt, im Zuge europäischer Angleichung, und im Bestreben Universität zu werden muß natürlich ein solcher Studiengang schnellstmöglich her. Ich bezweifle jedoch, dass Prof. Fornari über einen Abschluss oder über irgendeine Qualifikation in Richtung Musikdidaktik verfügt. Prof. Michler (ex Bibliothekarin im Kons) bestätigte mir im Übrigen letzten Montag meine Befürchtungen.
Auch werden Studenten, die manchmal auch eine Anreise von mehr als einer Stunde mit dem Bus auf sich nehmen nur in Ausnahmefällen frühzeitig über eventuelle Absenzen der Professoren informiert. Man kommt im Kons an und kann an der Anschlagetafel zwischen Buben – und Mädchenklo erfahren, dass man vergebens halb Südtirol abgefahren ist. Meistens zog man sich dann in eine Aula zurück um zu Üben, dem Nachmittag doch noch einen Sinn zu geben.
Zwischen dem Orchester des Konservatoriums bzw. Gianluigi Zampieri und der Direktorin des Konservatoriums gibt es auch ständig Reibung. Das artet dann auch schon mal so weit aus, dass Zampieri kurz vor der Auffühhrung Studenten und Direktion den Rücken kehrt und einfach nicht mehr erscheint. Einspringen muss dann Prof. Neri damit’s doch noch ein gelungenes Weihnachtskonzert wird.
Am Ende sollte man vielleicht noch erwähnen, dass vor allem die Studiengänge Fagott (Alberti) und Gitarre (Zanetti) erstklassig sind bzw. waren. Denn den Zanetti hats ja bekanntermaßen nach Bologna verschlagen. Wahrscheinlich hatte der die ganzen Streitigkeiten zwischen einzellnen Professoren im Kons satt (!). Klavier, Geige und Schlagzeug zählen ebenfalls zu den besser besetzten Fächern.
Nach dem Abschluss fällt man musikalisch gesehen erst mal in ein Tiefes Loch. Die meisten – in meiner Klasse waren’s 11 von 14 – brechen das Studium ab oder lassen das Instrument nach dem Abschluss verstauben. Und der Rest hat im Konservatorium 8 oder 10+ Jahre studiert um später in einer Musikkapelle die erste Stimme zu spielen oder in einer Mittelschule oder dergleichen zu Unterrichten. Wenn man nicht gerade Andreas heißt und den Einschreibetermin verpasst kann man natürlich auch weiterstudieren.