Monthly Archive for October, 2007

Neuer Stoff für Junkies

Hab heute neue Aufnahmen online gestellt. Sozusagen für die Durststrecke bis 2008. Denn bis dahin legen wir eine kleine Auftrittspause ein, um ein neues Programm einzustudieren.

Die Aufnahmen enstanden auf dem Ansitz der Familie Resch im “Probenkammerle” und zählen zu den frühsten Tonaufnahmen unserer Formation ;)

(rechte Maustaste, Ziel speichern unter)
Im Zug von Steinegg über Vahrn nach Villanders.mp3
Sing Sing Sing.mp3

Music and Culture Festival 2007

Wer’s nicht kennt sollte dieses Manco schnellstens nachholen. Vom 19. – 27. Oktober hat man in Steinegg Gelegenheit die 11. Auflage dieses Festivals mitzuerleben.

Stars die neben New York, Berlin, Tokyo, Köln, San Francisco, Mailand eben auch Steinegg (!) auf ihrem Terminkalender haben geben sich dort die Ehre.

Es sind dies heuer : Angelo Branduardi, Thomas Stipsits, Hiromi, Canned Heat,Gwyn Ashton

Von Südtiroler Bands sind mit dabei : Herbert Pixner Projekt, LoA PercussioN Trio, The Legendary St. Pauls Tschäss Band, Le Magreen, Morrison´s Doghouse, Moe´s Garage, Queen Laurin, eating.seats.

Das vollständige Programm des Steinegg Live Festivals gibt’s hier.

Gesetzentwurf gegen WebBlogs

Nachfolgender Artikel stammt von gulli.com. Einen weiteren Artikel über dieses Thema in italienischer Sprache gibt’s hier und hier.

Das Links ist übrigens Ricardo Franco Levi. Der sich den Schabernack ausgedacht hat. Auf den Artikel hingewiesen hat mich übrigens Ando.

Ricardo Franco Levi hat in Italien ein Gesetz vorgelegt, welches bereits von der Ministerkonferenz abgesegnet wurde: Blogger sollen darin verpflichtet werden, ein Unternehmen zu gründen, entsprechend Steuern zu zahlen und sich als Journalisten zu registrieren. Das Ende der Blogs in Italien dürfte sich jedoch noch verzögern, die parlamentarische Zustimmung steht noch aus.

Von den Plänen Levis berichtet Beppe Grillo in seinem Blog, um anzukündigen, sich im Fall der Fälle nicht unterkriegen zu lassen:

“Wenn ich muss, ziehe ich die ganze Geschichte und den Server in ein demokratisches Land um.”

Selbst vollkommen unkommerzielle Blogs müssten sich dem Gesetzesentwurf zufolge amtlich registrieren, Steuern zahlen, eine Verlagsgesellschaft gründen und durch einen angemeldeten Journalisten als verantwortlichen Direktor vertreten werden.

Was natürlich kaum jemand leisten kann, weshalb Grillo auch vom Ende des Internet in Italien ausgeht, sollte der Entwurf durchkommen.

Das sei wiederum wenig wahrscheinlich, so seine Kommentatoren – und in der Tat ist einem Parlament in einem solchen Fall ausreichend Augenmaß zuzutrauen, um die Absurdität dieser Pläne zu erkennen. Das Problem ist nur: wie kann es sein, dass eine komplette Ministerriege so einem Gesetzesentwurf zustimmt, ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein? Abgesehen davon stellt es absolut kein Problem für die eventuell betroffenen Bürger dar, ihre Seiten eben im Ausland zu hosten.

Dennoch ist schwer zu entscheiden, welche Erklärung grusliger ist: dass einem Entwurf zugestimmt wurde, den offenbar niemand so richtig gelesen hat, oder dessen Tragweite keiner begriff. Oder womöglich keines von beiden – und dass kein Minister ein Problem damit hätte, seine Bürger im Netz mundtot zu machen.

Hurra ! “Wir” sind Nobelpreisträger !

Naja, kein Wunder, Papst sind wir ja auch schon, denn die Mutter von Papst Benedikt XVI. ist bekanntlich gebürtige Südtirolerin

Walther von der Vogelweide wurde auch ein Opfer unserer Integrationslust Identitätssehnsucht. Zwar ist er höchstwahrscheinlich Niederösterreicher dennoch wird in vielen Schulen unserer Region gelehrt Walther wär ein Südtiroler Minnesänger. Eine Behauptung die eben so falsch wie unausrottbar ist.

Der Tiroler, insbesondere der Südtiroler leidet ja spätestens seit 1919 an einer selbstinjizierten Identitätskriese. Das erlebt man leider Tag für Tag. Ob es sich nun um das leidige Thema Toponomastik, Immersionsunterricht oder um den Friedensplatz handelt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich eine große Tageszeitung fast schon krampfhaft zur Aufgabe gemacht hat die frühe Kindheit (1-5 Jahre) eines Nobelpreisträgers aufzuarbeiten.

Es geht ein richtiges Raunen durch’s Land, denn wir sind Nobelpreisträger, Papst … und gäb’s den Yeti wär’ der sicherlich auch “Südtiroler” … das eint doch ungeheim !

-Südtiroler- gehört natürlich unter Gänsefüßchen geschrieben, denn so wirklich will diese Bezeichnung auf keine Kuhhaut gehen. Das wissen auch die Journalisten der auflagenstärksten Südtiroler Tageszeitung. Trotzdem widmen sie dem Thema zwei Einleitungen auf der Titelseite mit der Überschrift ‘Nobelpreis für “Südtiroler”‘ und an die 15 Artikel verteilt auf 3 Tagen. Und das alles weil der Herr Capecchi laut Zeitungsangaben 4 Jahre seiner frühsten Kindheit am Ritten verbracht hat.

Nur zum Vergleich : Derartig viele Artikel schaffen nicht einmal die emsig – fleißigen Schreiberlein von Union und Freiheitliche auf die Leserbriefseite. :)

Wie man sieht macht es sich der “Südtiroler” auf seiner verzweifelten Suche nach Identität und Authentizität nicht gerade leicht und verzettelt sich dabei recht gerne. Dabei wär Identitätsfindung heutzutage so einfach. Schließlich gibt es Suchmaschinen wie Google. Dort sollte man sich mal bemühen unter der Rubrik “Bilder” das Stichwort “echter Südtiroler” einzugeben. Wie ein Spiegel wird uns vorgehalten : Wir alle sind Speck von holländischen Schweinen. 8O

Na, toll !

Eine *.pdf – Datei mit den meisten Artikeln der letzten drei Tage (9. – 11. Oktober) gibt’s hier als Download [5 MB]. Nur damit man sich ein Bild der ausufernden Berichterstattung machen kann.

Nachtrag : Das Thema scheint den Redakteuren derart unter den Fingern zu brennen, dass es auch heute am 25.10.07 wieder einen Bericht auf der Titelseite gibt.