Monthly Archive for August, 2011

Fundstück der Woche (50)

Three Fall, das sind Lutz Streun (ts, bcl) , TiL Schneider (pos), Sebastian Winne (dr,pk). Flotte HipHop-Grooves gemischt mit allerhand Jazzeinflüssen und verziert mit zahlreichen Effekten: Vierteltöne, ins Instrument singen, Multiphonics, Zirkularatmung … vor allem das Scratchende Saxophon ab 0:37 hat’s mir angetan.

Ich bin zufällig im Internet auf die Jungs gestoßen und musste bei meiner Google-Recherche feststellen, dass sie bereits am 28. und 30. Juni beim 29. Südtiroler Jazz-Festival gespielt haben … und ich hab’s natürlich verpasst … verdammt!

Nachtrag 14.09.11 : Roli hat inzwischen auf youtube einen Mitschnitt des Auftrittes beim Südtiroler Jazz Festival gefunden. Für alle die’s verpasst haben :

Wenn’s nichts zu sagen gibt …

Ich schreibe hier auf diesem Blog seit Juli 2006 mehr oder weniger regelmäßig. Seit ein paar Monaten ist meine Post-Frequenz ziemlich im Keller : weil Sommer ist, ich anderen Hobbys nacheifere und nicht grad’ das Bedürfnis verspüre mich einer breiteren Öffentlichkeit mitzuteilen. Ich bin nicht gezwungen hier meinen Senf der Welt aufzuzwingen und ich mache das auch nur, wenn ich davon überzeugt bin, dass ich etwas zu sagen habe.

Journalisten Mitarbeiter der Tageszeitung Dolomiten können sich das nicht leisten. Anders nämlich kann ich mir die moralisch fragwürdige Berichterstattung in heutigen Ausgabe (20.08.11) nicht erklären.

Es geht um das Familiendrama im Burggrafenamt. Der gesamte Nachrichtengehalt ließe sich in einem einzigen Satz zusammenfassen: im Burggrafenamt hat ein Mann erst seine Frau und dann sich selbst mit einem Jagdgewehr umgebracht. Der Rest geht niemanden was an.

Doch Ulrike Huber und ler (= Autorenkürzel) ist es als fähige “Journalisten” gelungen daraus eine Geschichte zu zimmern, die zwei volle Seiten und die halbe Titelseite füllt. Zweieinhalb Seiten gefüllt mit drei Berichten, die sich Inhaltlich kaum unterscheiden. Das Ganze garniert mit Bildern der Ermordeten, des Selbstmörders und der Wohnung der Familie.

Ich habe die 3 Artikel verglichen und Stellen mit ähnlichem Informationsgehalt jeweils in einer Farbe markiert. Namen und Orte habe ich dabei unkenntlich gemacht. Fazit: 3 Artikel 3 Mal das Selbe. Siehe Grafiklink.

Als ich diese Grafik zusammengestellt habe musste ich mir diese Texte X-Mal durchlesen. Dabei habe ich auch ein paar Widersprüche gefunden: einmal wird behauptet es gibt keine Zeugen, dann wird gemutmaßt die Tochter wäre anwesend gewesen. Weiters wird behauptet Streit wäre eine mögliche Ursache für die Tat, dann wird wieder gesagt “von Konflikten innerhalb der Familie hatte man zumindest bisher nichts gehört” … Journalismus in Höchstform. Das kommt dabei raus, wenn man bei Nachbarn rumwühlt und einfach nur mitschreibt, was die Leute reden.

In den Artikeln findet sich mehr oder weniger die Adresse der Familie, Namen der Kinder, voller Name des Ehepaares mit Altersangabe, wie lange das Ehepaar verheiratet ist, in welchen Vereinen der Mann tätig war und viel Dorfklatsch. All diese Informationen dienen allein der Befriedigung eines vulgären Voyerismus und sind als Information für die Öffentlichkeit irrelevant. Es ist pietätlos, wenn eine Zeitung derartige Nachrichten auf die Titelseite setzt, 7% (!) ihres Inhaltes (errechnet ohne Todesanzeigen, Werbung) diesem Thema widmet und letztenendes damit Geld verdient.

Unüberlegt könnte man argumentieren : gut, wir sind alles Voyeure und kaufen/lesen gerade wegen solcher Horrormeldungen diese Nachrichten und eine Zeitung ist eben auch dem Angebot-Nachfrage-Mechanismus unterworfen.
Dem sei erwidert, dass in diesem Fall der Schutz der Persönlichkeitsrechte weit über dem der Pressefreiheit und einem Öffentlichen Interresse steht. Hinzu kommt, dass es sich bei der Tat auch um einen Selbstmord handelt wo bei der Berichterstattung zusätzliche Vorsicht angebracht wäre. Siehe Werther-Effekt.

Diese Form der Berichterstattung ist Grenzwertig. Es stellt sich eigentlich nur die Frage auf welcher Seite der Grenze.

Schupfenwanderung Obereggen : Gig abgesagt

Unser Auftritt bei der Schupfenwanderung in Obereggen wurde wegen des schlechten Wetters gerade eben abgesagt.




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