Neulich war wieder mal Vollmond und ich konnte nicht einschlafen. Spätabends lief in der ARD ein Filmklassiker: James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt aus dem Jahre 1974.
Amüsiert hat mich dabei zunächst das Frauenbild, gegen das wohl heutzutage jede militante Feministentruppe Sturm laufen würde: Eine Ohrfeige da, ein herablassender Kommentar dort und das Agenten-Dummchen Britt Ekland alias “Miss Goodnight” darf die letzten 20 Minuten im Bikini über die Bildschirmkante tanzen ehe sie – ganz in Bond-Manier – in der Schlußszene “erkannt” wird … um’s biblisch auszudrücken
Viel interessanter ist jedoch folgender kurzer Dialog, der sich ca. 40 Minuten nach Filmstart abspielt:
A: “Mit der Entwicklung einer so wirksamen Solarzelle wäre die Energiekriese überwunden.”
B: “Ja, ich kenne das Thema: Kohle- und Ölvorräte sind bald verbraucht, Uran wäre zu gefährlich, Geothermische- und Gezeitenkraftwerke sind zu kostspielig; das weiß ich doch längst alles!”
Ich darf daran erinnern, dass der Film aus dem Jahre 1974 stammt, die Romanvorlage von Ian Fleming erschien 1965.
Also vor fast 40 Jahren fällt in einem Mainstream-Streifen (!) der Satz: Kohle- und Ölvorräte sind bald verbraucht, Uran wäre zu gefährlich, Geothermische- und Gezeitenkraftwerke sind zu kostspielig; das weiß ich doch längst alles!
Und wie dieser Text präsentiert wird ist auch nicht unerheblich. Verärgert und gelangweilt, so als wäre es bereits damals eine Banalität, eine Floskel.
Setzt man nun die den Film in eine zeitliche Abfolge …
1954 – erstes ziviles Kernkraftwerk der Welt
1974 – Der Mann mit dem goldenen Colt
1986 – Tschernobyl
2011 – Fukushima
… kommt man zum Schluss, dass manche Einsichten leider etwas länger brauchen.








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