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Schein und Sein – eine Kritik am Grand Prix der Volksmusik

Es wundert mich Jahr für Jahr mit welcher Dreistigkeit sich der Grand Prix der Volksmusik im öffentlich – rechtlichen Fernsehn hält. Ein Format hinter dem ganz offensichtlich eine verkaufsinterressierte Industrie steckt darf einmal jährlich – finanziert mit öffentlichen Geldern – eine mehr als zwei stündige Werbesendung in den Äther schicken. Dabei ist die Qualität des Dargebotenen ebenso wie die Absicht der Sendung mehr als fragwürdig.

Beginnen möchte ich beim Titel der Sendung: “Grand Prix der Volksmusik“. Weder die Musik, noch der recht eigenwillige Kleidungsstil der Interpreten und Moderatoren hat mit Tradition, Kultur, oder Volksmusik zu tun. Die Musik ist ebenso wie die Kleidung und die gesamte Darbietung stark geprägt von Klischees die lediglich versuchen die traditionelle Substanz nachzuahmen. Sprachliche Vielfalt, wie man sie von der Herkunft der Interpreten erwarten könnte ist fehl am Platz. Sonst würden beispielsweise die Lieder in der orginären Mundart der jewiligen Interpreten vorgetragen. Doch Schweizer, Österreicher und Südtiroler Bewerber singen auf Hochdeutsch. Der Umsatz soll schließlich nicht unter sprachlicher Exotik leiden. Der Grand Prix ist ein in sich geschlossenes System, das sich längst von jeglicher Tradition entfernt hat. Tradition ohne Kitsch lässt sich eben nur schwer verkaufen.

Die meisten Zuschauer kennen den Unterschied zwischen echter Volksmusik, volkstümlicher Musik und volkstümlichen Schlager nicht. Das hat vor allem mediale und regionale Ursachen. Ein Großteil der Zuhörerschaft ist nie mit angestammter Volkskultur in Kontakt getreten und kann deshalb nicht zwischen Volksmusik und medial aufgepushtem Kitsch unterscheiden. Jenseits des Weißwurstäquators gibt es keine traditionelle Volksmusik mehr. Dort wo man hingegen um eine Volkskultur weiß kann man den Grand Prix nur als widerwertige Persiflage ablehnen.

Der Begriff Volksmusik ist natürlich absichtlich gewählt, impliziert er doch Volksverbundenheit. Ebenso suggeriert die Phantasietracht – wie sie auch so mancher Politiker hierzulande trägt – Heimatverbundenheit und Naturnähe. Das passt natürlich in das Selbstverständis des Grand Prix.

In den offiziellen Teilanhmebedingungen hört sich das Ganze schon weniger realitätsfern an. Dort trägt der Wettbewerb nämlich den Untertitel “Wettbewerb für den volkstümlichen Schlager“.

Im Konzept der Sendung findet man allerhand Widersprüche die eigentlich nur dann Sinn ergeben wenn man den Grand Prix als Organisation versteht die Geld verdient indem sie ihr Publikum mit banalsten Mitteln täuscht. Meine Mutter stimmt beispielsweise nicht mehr ab seit sie weiß, dass “de do net amol richtig singen”.

Beim Grand Prix stehen offensichtlich die Interpreten/Musiker/Sänger im Vordergrund: sie gewinnen im Fernsehn den Bergkristall und bei der Abstimmung wählt man ebenfalls den Interpreten nicht den Komponisten. Jedoch ist der Grand Prix der Volksmusik -zumindest auf dem Papier- ein Wettbewerb für Komponisten und Autoren:

Der «Grand Prix der Volksmusik 2010» ist ein Länderwettbewerb der Autoren & Komponisten für den volkstümlichen Schlager, welcher gemeinsam von den Arbeitsgemeinschaften der teilnehmenden Länder organisiert wird. (Quelle)

Die gesamte Sendung läuft im Vollplayback jedoch wäre laut Vertrag auch Halbplayback möglich. Entweder wollen die Interpreten nicht singen oder sie trau’n sich nicht.

Um die musikalische Vielfalt und die Bewegungsfreiheit der Interpreten zu gewährleisten, ist es ihnen freigestellt, ob sie im Halb- oder Vollplayback-Verfahren auftreten wollen. (Quelle)

Schon vor 21 Jahren, als Stefan Mross den Grand Prix gewann war sein Playback nicht von ihm eingespielt sondern von einem belgischen Studiotrompeter. Seitdem hat sich technisch einiges getan und so sind mittlerweile nicht einmal mehr Sudiomusiker von Nöten. Der Volksmusik begeisterte Zuhörer ist in den Augen der Unterhaltungsmaschinerie offenbar derart anspruchslos, degeneriert, senil und inkompetent, dass mittlerweile ganze CD’s bis auf die Stimme des Sängers am Computer gemodelt wurden. Negativbeispiel hierfür sind einige jüngere Aufnahmen der Gruppe Bergfeuer.

Für wie dumm das Publikum verkauft wird sieht man auch daran, dass man sich nicht mal die Mühe macht und bei “Live”-Auftritten Mikrophone/Kabel zu den Instrumenten hinstellt. Man möchte meinen das Publikum merkt spätestens jetzt, dass das alles Vollplayback ist. Das ist jedoch nicht der Fall, wie sich in zahlreichen Gespächen herausgestellt hat.

Dieses Paradoxon muss ich vielleicht nochmal zusammenfassen, damit man das Ausmaß besser versteht: die Musiker schreiben ihre Lieder meist nicht selber, sie spielen nicht das Instrument das auf dem Playback zu hören ist (Ausnahme: die Stimme) und obwohl es sich um einen Wettbewerb für Autoren und Komponisten handelt erhalten sie vor der Kamera den begehrten Bergkristall. Alles was ein Interpret dann geleistet hat war seine Lippen oder Finger synchron zum Playback zu bewegen.

Hörproben von einer gemodelten Trompete und einem Saxophon kann man sich hier anhören. Was in Echtzeit heute schon mit virtuellen Instrumenten möglich ist zeigt folgendes Video. Es handelt sich um ein AKAI EWI der eine gemodelte Trompete ansteuert.

Das Problem dabei: anders als bei Genfood ist eine Kennzeichnung hier nicht Pflicht wer wirklich spielt oder ob die ganze Aufnahme mit Computer erstellt wurde bleibt i.d.R. unbekannt.

In Südtirol ist für CD Einspielungen vor allem Musikgenie Robert Neumair und Groovemaschine Hannes Walder sehr gefragt. Einfach mal von Volxrock die CD “Volxrock” mit “…weil’s sein muss” vergleichen und raten auf welcher Robert (Steirische, Trompete, …) und Hannes (Drums) spielen. Man kann davon ausgehen, dass diese Aufnahmepraxis die Regel und nicht die Ausnahme ist und das nicht nur im Volkstümlichen Schlager, sondern im gesamten Popbereich.

Manchmal ist selbst der Schein zu viel Aufwand. Oft sieht man auch Musiker, die Ihr Instrument komplett nicht beherrschen oder einfach das Playback nicht gelernt haben. So geschehen beim Südtiroler Grand Prix Vorentscheid 2009 (Patrik und seine Freunde) als unser Florian auf der Bühne Tenorsax spielen durfte, obwohl er das eigentlich gar nicht kann, oder beim Südtiroler Grand Prix Vorentscheid 2006 (Hopfnmusig mit Marion) als Felix mit einem E-Bass die Bühne betrat obwohl er eigentlich Tuba spielt.

Auch wird so manches chromatisches Akkordeon (Klaviertasten) mit einer steirischen Harmonika (Knöpfen) ausgetauscht. Weil’s einfach uriger aussieht. Der Klang und die spielerischen Möglichkeiten sind jedoch andere und manchmal hört man das auf der Aufnahme.

Dass neben dem jeweiligen Logo des übertragenden Senders dann LIVE steht hat angesichts dieser Tatsachen schon real-satirischen Charakter.

Was Frau Breitenberger unter “hervorragender Werbung“ und “einen wertvollen Dienst“ für Südtirol versteht sieht im Fernsehn dann u.a. so aus : “Sooo schön ist Volksmusik”


Zugegeben: zu Beginn ist das Video nicht ganz synchron und ruckelt ein wenig, aber … ab 0:30 aber nicht mehr. Und da geht’s los. Wer sich das Video direkt von der Quelle laden will kann das in der ORF tvthek machen. Einfach nach “Grand Prix” suchen.

0:33 hoppla, zu früh eingesetzt !
0:41 laut Playback müsste der Klarinettist einsetzen. Er zieht es vor das erst gegen
0:45 zu machen. Als er einsetzt vergisst er dann seine Finger zu bewegen.
0:47 der erste Kracher (Maja Brunner) und zugleich Höhepunkt … plärrn kannt i!
1:11 der Klarinettist gibt alles, ist aber auf der Aufnahme nicht zu hören.
1:12 die Kamera schwenkt ins Publikum, weil der Kanidat der diesen Part singen sollte offensichtlich fehlt, aber auf dem Playback ist er drauf.
1:30 Kamerafehler … kann passieren is ja Live.
1:45 Oswald Sattler singt laut Lippenbewegung “drum vielem [sic!] Dank dafür”. Das lustige daran : Wenn ich die Augen schließe höre ich ein “n” folge ich seinen Lippen höre ich ein “m”. Probiert’s selbst aus ;)
2:05 beide Ladiner singen. Hören kann man aber nur einen.
2:19 Belsy verpatzt vor lauter klatschen den Playback Einsatz.

9 Fehler in < 2 Minuten an denen man eindeutig erkennt, dass es sich um Vollplayback handelt und das von der Elite des volkstümlichen Schlagers. Wenn die etwas können müssten, dann doch Playback singen möchte man meinen. Die Sendung dauerte übrigens mehr als zwei Stunden. Vielleicht mag ja jemand eine Hochrechnung anstellen.

Macht nichts … nächstes Jahr kommt sicher wieder ein Grand Prix auf uns zu … und der wird garantiert nicht qualitativ besser.

Die Informationen aus diesem Artikel stammen alle aus persönlichen Beobachtungen und Recherchen der geschätzte Leser darf gern davon ausgehen, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist.

Parzival und der Rhythmus – Gral

Vor allem Bläser und Sänger sind was rhythmische Präzision anbelangt meist etwas “unterentwickelt”. Grund hierfür ist in der Ausbildung zu suchen. Die meisten Lehrer behandeln das Thema Rhythmus in ihrem Unterricht meist sehr stiefmütterlich. Das beginnt damit, daß man sein Metronom immer auf eins und drei oder auf allen Zählzeiten mitlaufen lässt, oder man immer wenn sich auf der Eins eine Pause befindet einatmet und gipfelt darin, dass man einem Schüler generell rhythmisch anspruchsvolle Passagen vorsingt bis es eben ungefähr geht.

Nun bin ich seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Lehrbuch, das speziell auf diese Mängel eingeht. Es gibt sehr wenig Material und ich sah eigentlich keinen anderen Ausweg als mir ein Drumpad zu kaufen und Schlagzeugunterricht bei unserem Drummer zu nehmen. Ich hab’ wie gesagt nur sehr wenig Material gefunden, das sich mit Rhythmustraining speziell für nicht – Schlagzeuger befasst. Im Nachfolgenden stell’ ich nun drei Bücher vor, die sowohl für’s Selbststudium als auch für den Unterricht geeignet sind :

marron_Ein Buch, das mir bei meiner Suche unter die Finger gekommen ist und vor allem in Deutschland sehr populär ist : “Die Rhythmik-Lehre” von Eddy Marron.
Das Buch ist zwar sehr gut und verdient seinen Ruf als Standardwerk jedoch konnte ich mich nie so recht damit anfreunden. Das Buch stammt aus dem Jahre 1990 und sieht aus wie mit Schreibmaschine getippt und kopiert. Ein Problem für mich persönlich war auch, dass die Übungen sehr komprimiert dargestellt sind. Man verbringt u.U. mehrere Monate auf ein und der selben Seite bis man alle möglichen Übeszenarien beherrscht. Das tat meiner Motivation bald einen Abbruch.

bachtraeglEin weiteres Buch ist “Modern Rhythm & Reading Script” von Erich Bachträgl.
Dieses Buch ist vor allem in Österreich sehr verbreitet und gilt ebenfalls als Standardwerk. Den Aufbau der Übungen ist sehr gut man beginnt bei Null und arbeitet sich stetig in kleinen Schritten weiter. Auf 176 Seiten werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Themen und Übevarianten behandelt: mal spielt man “Luftschlagzeug”, mal klatscht\singt man zum Metronom, im Duett oder versucht sich auf Percussionsinstrumente. Eine CD ligt ebenfalls bei. Diese beinhaltet Hörbeispiele und einige Play-Alongs. Ich benutze das Buch seit drei Jahren im Unterricht und bin sehr zufrieden damit.

rhythm_coachNeulich ist mir in einem Frustkaufrausch ein weiteres Buch untergekommen: “Rhythm Coach” Band 1 und Band 2 von Richard Filz.
Die kleinen Hefte incl. CD kosten zwar nur um die 11 Euro, ich hab es aber innerhalb von zwei Wochen geschafft Band 1 kaputt zu lesen. Die Verarbeitung wird dem Inhalt nicht gerecht :) . Der Schwerpunkt liegt bei diesen zwei Büchlein nicht so sehr auf der Verbesserung von rhythmischen Lesefähigkeiten sondern auf dem Verinnerlichen, das Erfühlen vom Puls. Die Übungen sind immer so angelegt, dass rechte und linke Gehirnhälfte gleichermaßen beglückt werden. Es macht einfach Spaß und die Übekonzepte/formen lassen sich auf jede andere Rhythmusübung übertragen. So hab ich jetzt meinen Bachträgl hervorgeholt und die Übungen nochmal mit dem in diesem Buch vorgestellten Übekonzept wiederholt.
Wächter der deutschen Sprache müssen den beiden Bänden allerdings fern bleiben, da sie vollgestopft mit Anglizismen sind.

daniel goyoneNachtrag : Neulich war ich in Paris. Dort bin ich auf eine sehr ausführliche Rhythmusschule von Daniel Goyone aufmerksam geworden. Die 3 teilige Reihe gibt’s allerdings nur auf französisch und ist selbst im Internet schwer zu finden. Der Erste Eindruck war aber durchwegs positiv. Ich weiß leider nicht wie populär das Teil in Frankreich ist.

Musiktheorie in freier Wildbahn (4)

Ausschnitt aus: Status Quo – Rocking All Over The World : ab 2:22 min
Charakteristiken : Verminderter Akkord auf #IV, Umkehrungen
Analyse: Der selbe Kaffee wie bei Kind of Camilla – Facing the Truth. #IV löst sich auf in I/5 gut erkennbar am chromatischen Bassverlauf. Ebenfalls ein chromatischer Basslauf entsteht durch die Umkehrung I/3 in Takt 3. Diese leitet somit schön zur IV Stufe hin.
Literatur : NJHL S. 78, 151
Kommt ebenfalls vor in/bei : Kind of Camilla – Facing the truth, Ray Charles – Giorgia on my mind

MIDI anhören
Status Quo : Rocking all over the World Ausschnitt

Status Quo spielen diesen Abschnitt im selben Song auch onne harmonische Schnörkel nämlich stur I – IV – V ohne Umkehrungen. Ich hab’ das ebenfalls transkribiert so, dass man hört welchen Unterschied mit wenigen “Tricks” erreichen kann. Ohren auf das selbe nochmal “ganz normal”.

MIDI anhören
Status Quo : Rocking all over the World Ausschnitt

Den ganzen Song auf youtube anhören.

Musiktheorie in freier Wildbahn (3)

Ausschnitt aus: Dream Theater – Awake Track Nr. 7 The Mirror : ab 0:00 min
Charakteristiken : ungerade Taktarten, Polyrhythmik
Analyse: Die Phrase der Gitarre bleibt immer die selbe nur das Drumset verschiebt diese zwei Mal. In Takt Nr. 3 wird ein 3/4tel Takt in 4 gleiche Abschnitte zerlegt. Dieser Takt ist also also Polyrhythmisch (3 gegen 4). Dadurch, dass dieser Takt genau 4x wiederholt wird wäre eine Notation im 4/4 takt ebenfalls möglich. Das wäre aber komplizierter zu lesen.
In Takt Nr. 5 wird die Verschiebung durch eine ungerade Taktart eingeleitet. Keyboard/Bass hab ich weggelassen ebenso wie die Double Base Geschichte damit man klar erkennt worum es in diesem Beispiel geht.
Literatur : ??? evtl. Wikipedia oder diese *.pdf mehr ist mir nicht bekannt
Kommt ebenfalls vor in/bei : Tool, Dream Theater , Porcupine Tree, Hiromi Uehara, Don Ellis, Mudvayne usw.

MIDI anhören
Dream Theatre - The Mirror Ausschnitt

Den ganzen Song auf youtube anhören.

Musiktheorie in freier Wildbahn (2)

Für alle, die die CD nicht besitzen und den Kochkurs in Echtzeit mitmachen möchen : das Teil gibt’s auf der Hompage der Band zum Download.

Ausschnitt aus: Dirty Soul – Dirty Soul Track Nr. 1 Dirty Soul : ab 1:23 min
Charakteristiken : Spiel mit Farben bzw. modalen Flächen, Modal Interchange
Analyse: Der Refrain des Stückes “Dirty Soul” wechselt in die parallele Dur – Tonart (D-Moll nach F-Dur). Es ist also ein Wechsel von Hell auf Dunkel. Dadurch, dass der Refrain mit der IV Stufe Lydisch beginnt wird dies zusätzlich hervorgehoben. Der Refrain verwendet ausschließlich maj – Akkorde und steht deshalb in der Farbe Lydisch-Ionisch (sehr hell). Was auch charakteristisch für diesen Teil ist. In Takt 4 und 8 wird wieder ein Modal Interchange aus Dorisch verwendet der aber ebenfalls Lydisch zu deuten ist.
Literatur : NJHL S. 45, 49, 183, 169
Kommt ebenfalls vor in/bei : bIIImaj : Cole Porter “Night and Day” , Wechsel Dunkel – Hell : Richard Rodgers – “My Favorite Things”

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Chris Costa : Dirty Soul Ausschnitt

Damit man dieses Spiel Mit den Farben Moll (dunkel) – Lydisch/Ionisch (hell) von dem diese Komposition u.a. gebrauch macht besser versteht hab ich die zwei Teile die ich transkribiert habe in einer MIDI zusammengestellt. Dort “wo die Sonne aufgeht” ist der Wechsel. Hört selbst.

Musiktheorie in freier Wildbahn (1)

Ein schönes Beispiel für Tritonussubstitution in D Moll und wie man damit den Zuhörer überraschen kann.

Für alle, die die CD nicht besitzen und den Kochkurs in Echtzeit mitmachen möchen : das Teil gibt’s auf der Hompage der Band zum Download.

Ausschnitt aus: Dirty Soul – Dirty Soul Track Nr. 1 Dirty Soul : ab 0:28 min
Charakteristiken : Tritonussubstitution, Modaler Vamp in D – Moll
Analyse: Modaler Vamp über ein D – Pedal. Tritonussubstitution der IV7 (G7) Stufe Moll in Takt nr. 3.
Literatur : NJHL S. 168, 126
Kommt ebenfalls vor in/bei : n.a.

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Kind of Camilla : Cover my Face Ausschnitt

Musiktheorie in freier Wildbahn (0)

Musik ist voll von Klischees bzw. immer wieder wird versucht diese Hörgewohnheiten zu brechen. Wer aktiv zuhört wird die selben Redewendungen und Kochrezepte immer wieder vorfinden vor allem in der Popularmusik.

Oft kommt mir zumindest der Gedanke: hey! das hab ich doch schon mal an anderer Stelle gehört oder ich stelle mir die Frage was machen/spielen die da ? Das Problem ist meist, dass das Gehör zwar diese Wendungen erkennt man meist aber außer stande ist das eben Gehörte auch zu bezeichnen, ihm einen Platz in der Speisekarte zuzuweisen.

Diese Reihe von Posts soll nicht zuletzt auch eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis herstellen. Ich analysiere alles was mir gerade so unter den Fingern brennt. Dazu gebe ich auch immer einen Literaturverweis an, wo man entsprechendes Muster vertiefen und nachlesen kann und nach Möglichkeit auch noch andere Stücke bei denen dieses Muster vorkommt. Ich beziehe mich dabei auf Standardwerke wie Frank Sikora : “Neue Jazz – Harmonielehre” (NJHL) und Frank Haunschild : “Die neue Harmonielehre (Bd.1 und Bd.2)”. Ich mach das in erster Linie für mich selbst, aber vielleicht findet ja der eine oder andere Gefallen daran und/oder macht sogar mit.

Beginnen möchte ich mit einer südtiroler Band : Kind of Camilla.
Für alle, die die CD nicht besitzen und den Kochkurs in Echtzeit mitmachen möchen gibt’s den Song auf der MySpace Bandhomepage zum mithören.

Ausschnitt aus: Kind of Camilla – Cover My Face Track Nr. 5 Facing the truth : ab 3:07 min
Charakteristiken: Verminderte Akkord auf der #IV durch den ein Chromatischer Basslauf erzeugt wird (Takt zwei), Modal Interchange am Ende.
Analyse: Das Stück ist in großteils in Emaj geschrieben. In den Strophen kreist es um F#m und G#m (IIm-IIIm). Im Refrain erkennt man dann eindeutig das tonale Zentrum Emaj. Durch folgendendes Gospel/Soul – Klischee wird der ständig wiederholte Refrain aufgefrischt und interessanterweise wird der Einwurf mit Am7 aufgelöst. Beim geposteten Aussschnitt handelt es sich eigentlich um eine IV-V-I Verbindung.Topnote bleibt immer die selbe (e”). Der Modal Interchange am Ende des Auschnittes führt wieder zurück zur Root Emaj.
Literatur : NJHL S. 151, 187, 78
Kommt ebenfalls vor in/bei : Ray Charles – Giorgia on my mind (ohne MI als Auflösung), vielen Gospel Nummern

MIDI anhören
Kind of Camilla : Cover my Face Ausschnitt




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